Ein Name – Eine Erfolgsgeschichte

Erfindergeist, Forscherdrang und unermüdliches Schaffen des Pioniers der Elektrotechnik, Werner von Siemens, bauten in wenigen Jahrzehnten ein Unternehmen von Weltbedeutung auf.

Bereits ab 1870 werden im Kleinbauwerk Berlin Schalter und Steckdosen, Stecker, Sicherungen, Verteiler und Zählertafeln in Massen hergestellt. (Bild: Siemens AG Österreich)

Geboren am 13. Dezember 1816 gründete Werner von Siemens mit 31 Jahren, nach Studium der Naturwissenschaften, zusammen mit Johann Georg Halske die Telegraphen-Bauanstalt Siemens & Halske in Berlin am 1. Oktober 1847. Mit 3 Mitarbeitern beschäftigte man sich in erster Linie mit der Herstellung von Zeigertelegrafen in einer kleinen Werkstatt. Bereits ab 1870 werden im Kleinbauwerk Berlin Schalter und Steckdosen, Stecker, Sicherungen Verteiler- und Zählertafeln in Massen hergestellt. Technisch gesehen hat es mit Hebelschaltern in »Auf-Putz«-Ausführung begonnen. Als Werkstoff für die Abdeckung wurde Holz und für die nachfolgenden Drehschalter Keramik verwendet. Bei den Farben gab man sich mit weiß zufrieden. Grundsätzlich stand die Funktion im Vordergrund. Für besondere Kunden oder Anlässe wurden aber auch damals schon Geräte mit besonderen Designs hergestellt.

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Werner Siemens (1816 - 1897) (Bild: Siemens AG Österreich)

Den »Auf-Putz«-Geräten folgten die »Unter-Putz«-Geräte. Drehschalter mit runder oder quadratischer, Abdeckung – das war es auch schon. Vier Jahre nach dem Tod von Werner von Siemens am 6. Dezember 1897 erfolgte dann die Gründung der Siemens AG.

1903 erfolgte die Zusammenlegung der Siemens Starkstromtechnik mit den Schukert & Co-Werken. Nach dem Paketschalter im Jahr 1908 blieb das Schalterprogramm lange zeit unverändert. 1929 wurde mit dem Drehschalterprogramm DELTA eine neue Ära geboren, wobei noch immer die Funktion und nicht das Design im Vordergrund stand. Anfang der 1950er-Jahre wurde aus dem Drehein Kippschalter, in den 1960er-Jahren ein Wippschalter. Dies ist auch heute noch die gebräuchlichste Technik. Mit dem Programm Delta 67, einer »Unter-Putz«-Ausführung mit kleiner Wippe, ca. 20 x 30 mm brachte Siemens eine bedeutende Innovation bei Schaltern und Tastern: Die schraubenlose Anschlusstechnik. Anfangs von vielen Skeptikern belächelt hat sich diese Technik in den 1970er-Jahren endgültig durchgesetzt. Ende der 1980er-Jahre wurde diese Anschlusstechnik auch bei den Schuko-Steckdosen von Siemens eingeführt. Heute kann man sich eine andere Anschlusstechnik kaum mehr vorstellen.

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Lichtschalter aus dem Jahre 1895 (Bild: Siemens AG Österreich)

Anfang der 1970er-Jahre wurde eine weitere, besonders für die Vermarktung bedeutende Innovation gesetzt: Die Trennung von Technik und Design! Universal-Einsätze (also der technische Teil) ermöglichten die Verwendung von unterschiedlichen Designteilen. Diese werden einfach und ohne Werkzeug aufgesteckt – das sogenannte 1-2-3-Prinzip entstand. Ab diesem Zeitpunkt begann sich auch das Geschäft mit Schaltern und Steckdosen rasant zu verändern. Eine Vielzahl von Design- und Farbkombinationen entstand. Der Architekt begann, Schalter und Steckdosen als gestalterische Elemente einzusetzen. Die Formen werden von kantig bis stark abgerundet, von quadratisch über rechteckig bis kreisförmig – alles ist erlaubt. Auch bei den Farben gab es kein Tabus mehr: Die Palette reicht von Weiß bis Schwarz, über alle Farben des Regenbogens.

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Bild: Siemens AG Österreich

Bei Luxusprogrammen werden die Abdeckungen aus bisher unüblichen Werkstoffen hergestellt – Holz, Metall oder besondere Kunststoffe aber auch besondere Designelemente verwendet. Ebenso ein Programmumfang der weit über das übliche Schaltersortiment hinausging; so wurden auch Temperatur-, Feuchte- und Zeitanzeigen, Licht-Ton- Ruf- Geräte, Infrarot- Sender und Empfänger etc. angeboten. Anfang des letzten Jahrzehnts wurde sogar Materialien wie Glas und Aluminium für Designelemente verwendet. Die Möglichkeit, die Designteile bis zurück in das Jahr 1973 tauschen zu können unterstreicht die Nachhaltigkeit des Schalterprogramms von Siemens.

Siemens ist bei allen Entwicklungsschritten, nicht nur in der Elektrotechnik, seit über 160 Jahren führend gewesen und hat sich somit mit seinen mittlerweile über 420.000 Mitarbeitern einen dauerhaften, guten Platz am Markt weltweit gesichert.

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Bild: Siemens AG Österreich

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