Tür zu, aber richtig

Moderne elektronische Türschlosssysteme brauchen auch handfeste motorbetriebene Unterstützung, um wirklich für verschlossene Türen zu sorgen.

Unzureichend verschlossene Türen sind eine freie Eintrittskarte für Einbrecher. Gerade bei elektronischen Schließsystemen sollte man darauf achten, dass die Tür maximal versperrt wird und nicht nur ins Schloss fällt! (Bild: Pixabay/Boke9a)

Mit Kriminalstatistiken ist das ja so eine Sache. Schwankungen von mehreren Prozent sind nichts Ungewöhnliches und wenn man wirklich daraus schlau werden will, muss man sie über längere Zeiträume betrachten. Nun zeigt die neueste Kriminalitätsstatistik entgegen der landläufigen Meinung plötzlich, dass in Wien die Einbruchsrate verglichen zum Vorjahr um 12,7 Prozent gesunken ist – überhaupt wurde im Jahr 2009 noch fast doppelt so häufig eingebrochen wie 2016. Fakt ist aber auch, dass das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in den letzten Jahren immer weiter gesunken ist. Da kann man noch so mit Statistiken um sich werfen, die Angst lässt sich nicht so einfach besiegen. Angeheizt wird diese Stimmung noch zusätzlich von allerlei (politischen) Gruppen, die sich einen Gewinn, in welcher Art auch immer, von der Angst der Bevölkerung versprechen. Auch Alarmanlagenhersteller beginnen ihre Pressemitteilungen am liebsten mit der Behauptung die Einbruchsrate steige unaufhörlich. Die monetäre Motivation dahinter liegt auf der Hand.

Bitte nicht falsch verstehen! Im Grunde sollte eine fachmännisch montierte Alarmanlage für jedes Haus Pflicht sein. Denn die Zunahme dieser Anlagen in den letzten Jahren, trägt ja auch erheblich zum Rückgang der Einbrüche bei. Das belegt auch eine Studie der Wirtschaftskammer, nach der fast drei Viertel der Einbrüche durch sichtbare sicherheitstechnische Vorkehrungen schon im Anfangsstadium verhindert werden könnten. Außerdem wird es Tätern durch gekippte Fenster und nur unzureichend verschlossene Türen oft viel zu leicht gemacht. Das trifft auch und vor allem moderne Zutrittssysteme, die gerne im Smart Home eingesetzt werden (um noch die Kurve zum eigentlichen Thema Smart Home zu kratzen). Ein Fingerprintsensor beispielsweise wird gerne als das verlässlichere Schlosssystem angeboten, da man so seinen Schlüssel nicht verlieren oder vergessen kann. Gestohlen kann ein Finger auch nicht so einfach werden – schon gar nicht unbemerkt. Die Möglichkeit eine Kopie eines Fingerabdrucks zu erstellen, ist zwar keine »James Bond-Fiktion«, hat aber mit der Realität eines tatsächlichen Einbruchs nur sehr wenig zu tun.

Die Gefahr liegt sehr viel mehr darin, dass smarte Schließsysteme in der Regel nur wie Türöffner bei einer Gegensprechanlage funktionieren und dadurch die Tür nur unzureichend verschlossen ist. Daher sollte man, entschließt man sich für ein smartes Türschlosssystem, unbedingt auch an den Einbau eines zusätzlichen mechanischen bzw. motorbetriebenen Schlosses denken, das die Tür auch vollständig verriegeln kann. Das ist natürlich teurer, aber im Vergleich zu einer Sicherheitstür nur unwesentlich und die beste Sicherheitstür hat nur wenig Sinn, wenn sie nicht ausreichend versperrt wird.

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